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Wie man eine originale Fendi-Tasche erkennt: Seriennummer und Nähte

Fendi Baguette in pelle martellata Selleria, dettaglio delle impunture tono su tono

Bei Fendi-Taschen konzentriert sich die Fälschung fast immer auf die Oberflächen: das FF-Muster, das Logo auf der Klappe, die Form der Baguette. Fast nie auf die Konstruktion. Genau dort finden sich die mit bloßem Auge erkennbaren Unterschiede, und genau dort sollte man zuerst hinsehen, bevor man vierstellige Beträge für eine gebrauchte Tasche ausgibt.

Das Zucca-Canvas ist gewebt, nicht bedruckt

Das Doppel-F entsteht 1965, als Karl Lagerfeld in das 1925 von Adele und Edoardo Fendi gegründete römische Modehaus eintritt. Auf dem Zucca-Canvas wird das Muster durch Weben erzeugt: Das Design ist Teil des Gewebes und nicht obenauf aufgebracht.

Daraus ergeben sich drei praktische Folgen. Die Rückseite des Canvas zeigt das Muster negativ und keine glatte Trägerschicht. Wenn man mit dem Fingernagel über das F fährt, ist kein Tintenrelief zu spüren. An den Nähten wird das Muster unterbrochen und setzt sich mit einer stimmigen Ausrichtung zwischen den beiden Teilen fort, weil das Canvas entsprechend dem Rapport des Designs zugeschnitten wird. Bei Nachbildungen ist die Oberfläche zwar durchgehend, an den Kanten jedoch nicht ausgerichtet, und die Breite des F verändert sich an den stärksten Rundungen.

Ein zweiter Hinweis betrifft das Gewicht. Bei der braunen Zucca-FF-shopper aus Canvas (33 × 28 × 8 cm) ist der Innenraum ungefüttert: Das Canvas ist von innen sichtbar, und die Tasche bleibt selbst voll beladen sehr leicht. Kopien erhalten fast immer ein synthetisches Futter, um die Form zu versteifen, wodurch das Leergewicht spürbar steigt.

Selleria: Die Naht ist das Dokument

Die Selleria-Linie überträgt die Sattlernaht auf Lederwaren: Zwei Nadeln arbeiten von entgegengesetzten Seiten durch dasselbe Loch, mit dickem Faden und von Hand. Dadurch entstehen zwei Merkmale, die eine Maschine nicht reproduzieren kann.

Die Steppnaht ist auf beiden Seiten identisch

Auf der Vorder- und Rückseite des Lederstreifens weisen die Stiche dieselbe Neigung und Länge auf. Eine maschinelle Naht hinterlässt aufgrund der Funktionsweise des Greifers auf der Rückseite einen anderen Verlauf als auf der Vorderseite. Das ist am schwierigsten zu fälschen und am schnellsten zu prüfen: Man muss die Tasche nur öffnen und dieselbe Naht von innen betrachten.

Die Regelmäßigkeit ist hoch, aber nicht perfekt

Bei der Baguette aus genarbtem Leder Limited Edition Selleria gibt es 612 Ton-in-Ton-Makrosteppungen. Sie sind groß, weit auseinander und bewusst auffällig: Bei genauer Betrachtung variiert die Neigung von Stich zu Stich um Bruchteile eines Millimeters, und der Faden tritt immer durch dasselbe Loch, ohne auszulassen. Eine dekorative maschinelle Naht an einer Kopie ist dagegen über die gesamte Länge millimetergenau gleich, und an Richtungswechseln neigt sie dazu, zwei Stiche zu überlagern.

Das römische Leder ist nicht glatt

Das Selleria-Leder ist aus metallfrei gegerbtem Kalbsleder gefertigt und weist eine sichtbare, ungleichmäßige natürliche Narbung auf: Poren, leichte Farbabweichungen und ein Muster, das sich von einem Lederteil zum anderen verändert. Die Baguette aus petrolfarbenem römischem Leder zeigt dieses Verhalten bei dunklen Farbtönen besonders deutlich, während geprägtes Leder bei einer Fälschung in regelmäßigen Abständen repetitiv wirken würde.

Die Taschen der Selleria-Linie tragen außerdem eine individuelle Nummerierung. Fehlt sie vollständig oder ist sie auf einem abnehmbaren Aufkleber aufgedruckt statt eingeprägt, sollte dies vor dem Kauf geklärt werden.

Der interne Code muss mit dem Modell abgeglichen werden

Im Inneren besitzt der Großteil der Fendi-Taschen eine Lasche oder einen Lederbereich mit der Markenbezeichnung, dem Hinweis auf die Herstellung in Italien und einem alphanumerischen Code. Der Code allein sagt nicht aus, ob eine Tasche echt oder gefälscht ist: Er dient zur Überprüfung der Plausibilität. Er muss dem Modell und der Variante entsprechen, die man gerade betrachtet, und darf nicht zu einem anderen Katalogeintrag gehören.

Achten Sie in diesem Bereich auf drei Dinge: die Tiefe der Prägung, die bei allen Zeichen gleich sein sollte; den konstanten Abstand zwischen den Buchstaben; und das Fehlen dunkler Höfe um die Zeichen, die typisch für eine schlecht ausgeführte Heißprägung sind. Ein korrekter Code auf einer unregelmäßigen Prägung ist weniger wert als ein unleserlicher Code auf einer sauberen Prägung: Zahlen lassen sich kopieren, die Verarbeitung nicht.

Peekaboo: der Drehverschluss und die mittlere Trennwand

Die Peekaboo entsteht 2008 nach einem Entwurf von Silvia Venturini Fendi, derselben Designerin, die auch die Baguette von 1997 entworfen hat. Ihr Mechanismus ist der entscheidende Kontrollpunkt: Die Tasche öffnet sich, indem die Seiten nach außen fallen und zwei durch eine feste Trennwand voneinander getrennte Fächer sichtbar werden.

Diese Trennwand muss entlang der gesamten Basis und der Seiten vernäht und darf nicht verklebt sein: Wenn man mit dem Finger über die Kante fährt, spürt man die Naht. Der Drehverschluss muss sich mit deutlichem Widerstand drehen und in seiner Position einrasten, ohne seitliches Spiel. Bei Kopien ist die Trennwand häufig nur ein einfach verklebtes Teil, das sich an den Seiten durch den Gebrauch löst, während sich der Verschluss weich und ohne klaren Anschlag drehen lässt.

Bei der Peekaboo ISeeU Limited Edition bietet das grafische Dekor eine zusätzliche Prüfmöglichkeit: Die Kanten des Designs müssen auch dort scharf bleiben, wo sich das Leder biegt, da es direkt auf dem Leder und nicht auf einer aufgebrachten Folie ausgeführt wurde.

Was nichts beweist

Staubbeutel, Anhänger, Schlüsselanhänger und Schachteln lassen sich leicht reproduzieren und werden getrennt von den Taschen gehandelt: Sie werden online auch einzeln verkauft. Auch eine Boutique-Quittung bestätigt nicht den Inhalt der Schachtel. Aus demselben Grund ist der interne Code allein, ohne Prüfung der Verarbeitung, kein Beweis.

Eine belastbare Prüfung verbindet die körperliche Untersuchung mit einer unabhängigen Bestätigung. Jedes von uns behandelte Stück wird je nach Marke und Modell mit einem Entrupy-Echtheitszertifikat oder einem LegitGrails-Zertifikat geliefert: Es ist dieselbe Logik, die auch bei anderen Marken angewendet wird, etwa bei den Prüfungen zum Erkennen einer echten Gucci-Tasche.

Bei gebrauchten Taschen: nach der Echtheitsprüfung

Ist die Herkunft geprüft, bleiben zwei Punkte, die den Preis stärker beeinflussen, als man denkt. Der erste sind die unteren Ecken: Bei Baguette und Peekaboo sind sie die Auflagepunkte und zeigen zuerst Abnutzung. Bitten Sie um eine Nahaufnahme aller vier Ecken und der Unterseite, nicht nur um eine Frontalansicht.

Der zweite Punkt ist die Haftkraft des Magnetverschlusses bei der Baguette. Mit der Zeit verliert der Magnet an Kraft, sodass die Klappe halb offen bleibt: Ein Mangel, der auf Fotos nicht erkennbar ist und die Alltagstauglichkeit beeinträchtigt. Fragen Sie ausdrücklich, ob sich die Klappe schließen lässt und bei voll beladener Tasche geschlossen bleibt.

Bei einem nicht mehr produzierten Stück erklären allein diese beiden Details Preisunterschiede von mehreren hundert Euro zwischen zwei scheinbar identischen Exemplaren.

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